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Donnerstag, 5. November 2009

Kino. Ein Fragebogen

Hier geht es ja eigentlich um Bücher, aber weil alle Filme irgendwann einmal Bücher waren, passt dieser Fragebogen doch ganz gut.

Via Kaltmamsell.

Name a movie you have seen more than 10 times.

Cocktail. Mindestens 100 Mal. Kann ich mitsprechen. Und dafür schäme ich mich nicht. Außerdem: Much Ado About Nothing. Vier Hochzeiten und ein Todesfall. Singles. Freundinnen. Allein unter Frauen. Abgeschminkt. Stadtgespräch. Many more.


Name a movie you’ve seen multiple times in the theater.

Ich war drei Mal in Don Juan DeMarco mit Johnny Depp. Schäm ich mich auch nicht für.


Name an actor who would make you more inclined to see a movie.

Alan Rickman. George Clooney. Alan Rickman. Emma Thompson. Stephen Fry. Alan Rickman. Harrison Ford. Brad Pitt. Irgendwie fallen mir gerade keine Frauen ein.


Name an actor who would make you less likely to see a movie.

Steven Segal. Til Schweiger. Colin Farrell.


Name a movie you can and do quote from.

Nach kürzerem Nachdenken: Weniger als ich dachte. Cocktail, natürlich („Lass sie in Frieden, sie ist schwanger!“). Vier Hochzeiten und ein Todesfall. About a Boy. Life of Brian. Ich kann mir auch kaum Zitate aus Büchern merken. Dafür ist mein Gehirn nicht gemacht.


Name a movie musical in which you know all of the lyrics to all of the songs.

Keines. Ich bin kein Fan von Musicals. Schauspieler sollen sprechen, nicht singen. Punkt.


Name a movie you have been known to sing along with.

Der bewegte Mann und Stadtgespräch. Beide Soundtracks liebe ich noch heute wegen Max Raabe bzw. den Della-Reese-Songs, die Filme habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen.


Name a movie you would recommend everyone see.

Inglorious Basterds. Das klingt jetzt kitschig, aber ich saß im Kino und wusste nach zehn Minuten: Ich seh hier gerade was ganz großes. Und ich will die DVD.


Name a movie you own.

Mir gehört kein Film. Wie wird man Filmbesitzer?


Name an actor who launched his/her entertainment career in another medium but who has surprised you with his/her acting chops.

Heike Makatsch.


Have you ever seen a movie in a drive-in?

Nein.


Ever made out in a movie?

Leider ja. Ich habe meinen ersten Kuss im Kino bekommen. Der Typ war schrecklich, der Film erst recht (Robin Hood - Helden in Strumpfhosen). Ich wollte nichts von dem Typen und der Typ wollte was von meiner Freundin. Ich dachte, irgendwann muss man diese Beziehungsgeschichten halt mal anfangen, warum also nicht mit ihm. Er dachte, irgendwie müsste er ja an K. rankommen, warum nicht über N. Es war Dezember, es war 1993, wir verabredeten uns fürs Kino. Das klingt banal, grenzt aber an ein schier undurchführbares Unterfangen, wenn man 14 ist und sechs Kilometer entfernt vom Kino wohnt. Die Eltern zu überreden, mich ins Kino zu fahren, war noch einfach. Die beste Freundin zu überreden, mitzukommen, auch. Auf der Hinfahrt: Schneeregen, vor uns ein Wagen im Graben. Mein Vater, hilfsbereit, fährt rechts ran, steigt aus. Von hinten: Fahranfängerin aus dem Nachbarkaff, bremst zu spät, schlittert, fährt uns hinten rein. Ich, verzweifelt. Schließlich halten andere Leute aus einem anderen Nachbarkaff und fahren meine Freundin und mich ins Kino. Dort wartet, bereits genervt, der Typ mit einer Horde von Freunden. Während des Films: Verkrampftes Händchenhalten, schließlich Kuss an der langweiligsten Stelle des Films (die Helden in Strumpfhosen führten einen seltsamen Tanz auf). Nach dem Film: Wiederholung hinter den Mülltonnen. Ich, enttäuscht, frustriert. Mache schließlich Schluss per Brief und küsse drei Jahre lang niemanden.


Name a movie you keep meaning to see but you just haven’t gotten around to yet.

So viele, dass ich mittlerweile eine Liste darüber führe, die ich immer vergesse herauszuholen, wenn wir eine DVD ausleihen,


Ever walked out of a movie?

Leider nein. Obwohl ich es gerne getan hätte bei: Alexander, Fluch der Karibik 2 (besonders an den Stellen, an denen P. neben mir lauthals lachte) und Begegnung des Schicksals.

Name a movie that made you cry in the theater.

Ich heule so gut wie immer im Kino, ich bin ein Heulgarant!


Popcorn?
Kaufe nie welches, bediene mich aber ungeniert, wenn Freunde welches haben und kann dann auch nicht aufhören. Nennt man das Gier? Verfluche den Menschen, der Nachos und Konsorten im Kino eingeführt hat. Noch mehr die Menschen, die mal mit Tüten voller Take-Away-Food vom Chinesen ins Multiplex kamen und natürlich neben mir saßen. Roch eklig.


How often do you go to the movies.

Leider viel seltener als früher, weil ich nicht mehr in der gleichen Stadt wohne wie E., die mit mir in einfach jeden Film gegangen ist.

What’s the last movie you saw in the theater?
Das weiße Band.


What’s your favorite/preferred genre of movie?
Drama, Komödie, gut gemachter Thriller. Aber auch Sachen die mich aufwühlen, die ich schrecklich finden möchte, weil sie so gut sind wie Alle anderen.


What’s the first movie you remember seeing in the theater?
Disneys Schneewittchen, ich schätze, 1984, als es in den Stadtsaallichtspielen bei uns daheim noch ungepolsterte Sitze gab. Zumindest in meiner Erinnerung. Habe mich schrecklich gefürchtet.


What movie do you wish you had never seen?
Bram Stoker's Dracula mit Gary Oldman. Ich war 13, es war ein Sonntagnachmittag, es waren nur fünf Leute im Kino und ich fühlte mich wahnsinnig erwachsen. In der folgenden Nacht habe ich mich zum letzten Mal in die Besucherritze zwischen meine Eltern gelegt, weil ich alleine im Bett nicht schlafen konnte: Immer, wenn ich die Augen zumachte, sah ich diese Vampirin, der sie ein Kreuz in die Brust rammen und dann kommt eine Blutfontäne aus ihrem Mund. Hat mich wochenlang verfolgt.


What is the weirdest movie you enjoyed?
Burn after Reading.


What is the scariest movie you’ve seen?
Bram Stoker's Dracula. Davor: Der Zauberer von Oz.


What is the funniest film you have ever seen?
Viele. Aber Vier Hochzeiten und ein Todesfall wäre auf jeden Fall unter den ersten fünf.

Freitag, 27. Februar 2009

Gedanken zu... Wohnsitzen

Ein sicheres Indiz dafür, dass man irgendwie Berühmtheit erlangt und es sogar zu etwas gebracht hat, ist die Angabe zweier Wohnsitze. Da liest man ein Interview mit oder ein Porträt über einen Sänger, Schauspieler, Politiker, Fußballer whatever und dann steht da ungefähr dieses: XY wurde 1964 in Wuppertal geboren, besuchte nach dem Abitur die Schauspielschule Z in AB. 1996 gelang ihm mit der TV-Serie C der Durchbruch. Er lebt mit Frau und vier Kindern in D und E.

Beispiele? Letztens auf Spiegel Online gelesen: Jon Fleming Olsen ("Dittsche") lebt in Hamburg UND Eckernförde. Martin Suter lebt auf Ibiza UND in Guatemala. Die Witwe von Friedrich Dürrenmatt lebt in St. Gallen UND in München. Und so weiter und so fort.

Natürlich bin ich neidisch. Ich lebe nur in München. Ich kann mir keinen zweiten Wohnsitz leisten. Ich kann auch schlecht angeben, in München UND in Untereßfeld zu leben. Weil es nicht stimmt. Ich lebe in München, ich komme im Schnitt alle sechs bis acht Wochen nach Untereßfeld. Ich schlafe dann zwar meistens in meinem alten Zimmer, aber auf einem Ausziehsofa, das meine Eltern für mich und andere Gäste gekauft haben, und das definitiv zur Förderung eines Bandscheibenvorfalls beiträgt. Außerdem sieht mein Zimmer auch nicht mehr wirklich aus wie mein Zimmer, weil seit einigen Jahren der Computer meiner Eltern hierher ausgelagert wurde, und mein Vater hier bei Ebay surft. Das ist zu wenig für einen Zweitwohnsitz, wir bräuchten hier schon mindestens eine Ferienwohnung. Gibt's in Untereßfeld aber nicht. Abgesehen davon, dass Untereßfeld weder Ibiza noch Guatemala noch St. Gallen ist. Eher Eckernförde.

Praktisch gesehen, machen zwei Wohnsitze aber auch nur Ärger. Man braucht alles doppelt, angefangen beim Schlafzimmerschrank bis zum Klopapier. Wenn man an dem einen Wohnsitz ist, muss man sich trotzdem um den anderen kümmern: Gießt jemand die Blumen, hat man dort überhaupt Pflanzen oder lohnt sich das überhaupt? Haben wir beim letzten Mal eigentlich den Herd ausgemacht? Blöd, dass Guatemala und Ibiza so weit entfernt liegen, kann man nicht einfach mal nachgucken. Und immer muss man seine Sachen mit sich rumschleppen und vermisst dann wahrscheinlich auf Ibiza irgendeine Sache, die man in Guatemala liegen gelassen hat. Blöd. Außerdem riecht es auf Ibiza in den ersten Tagen vielleicht noch muffig, weil so lange nicht gelüftet wurde, und außerdem ist der Kühlschrank leer und wahrscheinlich kommt man Samstagnacht an und kann den ganzen Sonntag nicht einkaufen.

Menschen, die sich zwei oder mehr Wohnsitze leisten können, haben diesen Ärger natürlich nicht. Die haben Putzfrauen, Haushälterinnen und persönliche Assistenten, die sich um sowas kümmern. Ob meine Mutter unseren Zweitwohnsitz in Untereßfeld ab und zu mal lüften würde, wenn wir einen hätten? 

Montag, 16. Februar 2009

Ohne mich

Bücher, die ich nicht lesen werde:

P.S. Ich liebe Dich, und alle anderen Schmonzetten in blauen Einbänden mit Wolkenschrift.

Der Herr der Ringe, alle drei Teile. Die Filme fand ich gut, beim Buch bin ich bei Tom Bombadil stecken geblieben. Kenner wissen, dass das kurz hinterm Anfang ist. Ich hab's halt nicht mit Fantasy. Außerdem war Tolkien Sprachwissenschaftler und Sprachwissenschaft hab ich nach dem Grundstudium abgewählt. Mit großer Erleichterung.

Der Schwarm. Es muss auch Leute geben, die es nicht kennen. Ich opfere mich.

Mehr Bücher von Pascal Mercier. Es muss Leute geben, die Nachtzug nach Lissabon nicht mögen. Ich opfere mich.

Mehr von Ilkidiko von Kürthy. Siehe blauer Einband/Wolkenschrift. Bin einfach nicht Zielgruppe.

Alles von Stephenie Meyer. Meine Angst, "Most harmless Vampire of the World" Edward Cullen für den Rest meines Lebens zu verfallen, ist zu groß. Diese Peinlichkeit möchte ich mir gerne ersparen. Immerhin werde ich bald 30 und falle ungern in mein 13-jähriges Ich zurück.

Feuchtgebiete. Über Hämorriden schreiben  kann ich selber. Wenn auch für weniger Kohle. Dafür mit ähnlicher Reichweite.

Die Wanderhure. Geht einfach nicht. Es muss Leute geben, die das nicht lesen KÖNNEN. Ich opfere mich.

(To be continued)